Angefangen hat es mit einem Männerstammtisch 1984, wie man den Aufzeichnungen des damaligen Gründers Wolfgang Betzler entnehmen kann. Nach Meinung der Herren sollten die Frauen sich zum Damenkaffee im „Zindenauer Schlösschen“ in Steinau treffen. Doch Waltraud Betzler und die anderen Frauen ließen es sich nicht nehmen, den Kuchen selbst zu backen und im Herbst 1985 zum ersten gemeinsamen Kaffeetrinken in die alte Schule in Lichtenberg einzuladen. So nahm die Geschichte des Seniorenkreises der SPD Fischbachtal ihren Lauf.
Anfangs saßen Männer und Frauen getrennt an den Tischen, doch schon bald ergab sich eine neue gemischte Sitzordnung. Bemerkenswert war, dass über viele Jahre jeder seinen gewohnten Platz beanspruchte. Das Geschirr wurde von zu Hause mitgebracht und in Schüsseln gespült, weil die Schule damals über keine Küche verfügte. Wenn auch der Saal dringend renoviert werden musste, waren die Tische immer liebevoll gedeckt. In den Anfangsjahren wurden sogar Ausflüge und Weihnachtsbasare organisiert.
Mehr als 30 Jahre sind seitdem vergangen und die Senioren sorgen bis heute für den Fortbestand der monatlichen Zusammenkunft. Nach dem Ehepaar Betzler haben viele Jahre die Familien Ross, Kowarsch, Hassmann und Renate Becker die Treffen organisiert. Seit dem Jahr 2011 schafft Conny Sauer das monatliche Wohlfühlklima, unterstützt von Petra Messerschmidt. Zur Geschichte des Seniorentreffens gehört auch der Umzug ins Bürgerhaus Niedernhausen, der bedingt war durch den Verkauf des früheren Lichtenberger Schulhauses. „Die Senioren haben sich gut eingelebt und wir verbringen inzwischen jeden ersten Mittwoch im Monat ab 15 Uhr unterhaltsame Stunden in unserem „Seniorencafé“, wie wir es jetzt nennen, im ehemaligen Jugendraum“, erzählt Conny Sauer.
Selbstgebackenes wird abwechselnd mitgebracht und die Damen des Musikvereins musica varia sind zeitweise zu Gast und begleiten den Nachmittag musikalisch auf dem Akkordeon. Dabei wird kräftig mitgesungen. Es gehört zur Tradition, dass zum Geburtstag jeder Besucher ein kleines Präsent erhält und der Kanon „Viel Glück und viel Segen“ gemeinsam geschmettert wird. Es wird oft von früheren Zeiten erzählt und wie die heutigen Senioren ihren Kindheit erlebten. Heitere Gedichte und Geschichten in Mundart aus der guten alten Zeit runden dabei die Erzählungen ab. Je nach Jahreszeit ist das Seniorencafé geschmückt. So war die Jubiläumscafétafel mit Konfetti und Luftschlangen dekoriert und die Büttenrede von Berta Kowarsch und Ria Klinger strapazierte die Lachmuskeln. Doch nicht nur Fasching wurde gefeiert, auch auf den 30. Jahrestag des Seniorentreffens wurde gemeinsam mit Bürgermeister Wilfried Speckhardt angestoßen.